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Das Holzelement in der chinesischen Philosophie

Holzzeit

Die fünf Wandlungsphasen in der chinesischen Philosophie sind ein Zyklus. Er startet mit dem Holz geht über in Feuer, Erde, Metall und Wasser, bis er wieder im Holz neu beginnt. Am 21. Dezember, am Tag der Wintersonnenwende, geht das Wasser-Element langsam ins Holz-Element über. Die Phase der Erstarrung des Winters, in der die Natur sich regenerieren konnte, neigt sich dem Ende. Es beginnt die Zeit des Neuanfangs. Wir merken dass daran, dass die Tage wieder länger werden und die Natur die gesammelte Kraft nutzt um die Erde zurück zu erobern. Von Mitte Februar bis Ende April ist der Zeitraum, in dem des Holzelement seine größte Dynamik besitzt: Der Drang zu Leben und zu wachsen.

Zu den Eigenschaften, die dem Holz-Element zugeordnet werden gehören: Entfaltung, wachsen, Energie, Zusammenarbeit, Anpassungsfähigkeit, Organisation, Selbstdarstellung, Kreativität, Bewegung, Flexibilität, Bewegung nach oben und noch viele mehr.

Die Elemente werden korrekt als Wandlungsphasen bezeichnet, da sie ein sich immer veränderndes Gleichgewicht darstellen. Die Wandlungsphasen mit ihren zugeordneten Organen sind: Holz (Leber) Feuer (Herz), Erde (Milz), Metall (Lunge), Wasser (Niere).

Mit diesen Organen sind nicht diejenigen gemeint, die wir aus der westlichen Medizin kennen, sondern ganze Funktionskreise. Ihnen werden jeweils bestimmte Aufgaben und Funktionen zugeordnet. Bei einer Diagnose stellt man fest, ob die Organe harmonisch zusammenarbeiten, oder ob ein Ungleichgewicht besteht. Daran sieht man, dass die chinesische Herangehensweise sehr viel philosophischer ist, als unsere Westliche.

In der chinesischen Medizin werden den Wandlungsphasen neben den oben genannten Eigenschaften und Organen noch weitere zugeordnet: Die Tageszeit des Holzelementes ist der Morgen, das Erwachen nach der Ruhe der Nacht. Die Farbe Grün, Lebensabschnitt Kindheit bis Jugend und der saure Geschmack. Die dazugehörige Emotion ist die Aggression, im positiven Sinne von heranschreiten, sich nähern oder angreifen, z.B. ein neues Projekt. Wenn die Aggression sich ins Negative kehrt, entsteht Zorn.

Holzzeit

Im Grunde liebt die Leber Harmonie und hasst Druck in jeglicher Form. Sie ist verantwortlich dafür, dass die Energie im Körper frei fließen kann und sich überall verteilt. Druck entsteht, wenn wir unsere Kreativität nicht leben und uns nicht entfalten können. Das verursacht Blockaden und Stagnationen, die den Energiefluss stören. Dadurch werden wir u. a. unglücklich, es kommt zu Verspannungen und zu guter Letzt verlieren wir die Geduld und werden zornig. Aus diesem Grunde ist es sehr wichtig, unsere Fantasien zu leben und unser Inneres zu entfalten – wie eine Pflanze: Einzigartig in ihrer Form und Gestalt.

Und damit zurück zum Holz! Trotzdem ein Baum aus festem Holz besteht, kann er sich flexibel der Kraft des Windes beugen. Für uns Menschen bedeutet das, dass es natürlicher ist unsere Pläne und Entscheidungen zu überdenken, um auf veränderte Gegebenheiten zu reagieren. Ein Baum, der sich mit dem Wind bewegt übersteht den Sturm meist mit einigen abgebrochenen Zweigen, Ästen und verlorenen Blättern. Der starre Baum bricht in Zwei.

Dank seiner enormen Kraft und seines Kampfgeistes wird dem Holz in klassischen chinesischen Texten die militärische Rolle „des Generals einer Armee“ zuteil. Seine Energie ist dennoch nicht mit Aggression gleichzusetzten. Auch wenn es einige giftige Pflanzen gibt, mit Stacheln oder Dornen hat doch die Mehrzahl eine heilende Wirkung. Bei einem Spaziergang durch einen Mischwald können wir ein harmonisches Zusammenleben verschiedenster Pflanzen: Bäume, Sträucher, Gräser, Flechten, Farne, Flechten und Pilzen beobachten. Sie existieren nebeneinander, miteinander und voneinander.

Melanie Grünbergs

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zuletzt aktualisiert: 20:03:2017